9 Tage autarkes Trekking durch das südliche Hochland von Island: unsere Tour hat uns von einer spektakulären Landschaft zur Nächsten hindurchgeführt. Es war eine der wildesten Landschaften die ich bisher entdecken durfte. Diese Route verbindet den stillen Langisjór-See, die monumentale Eldgja-Vulkanspalte, den einsamen Strútstígur und den berühmten Laugavegur bis Landmannalaugar. Hier findest du unsere vollständige Route und alles, was du für deine eigene Planung brauchst.
Das besondere Highlight: die heiße Quelle Strútslaug (ungefähr in der Mitte der Tour) entspannt die müden Wandermuskeln und sorgt dafür, dass man mal wieder richtig warm wird!
Klingt perfekt? Fanden wir auch! Ich bin immer noch begeistert von dieser Tour und in gewisse Gegenden möchte ich auf jeden Fall für neue Trekkintouren zurück kehren.
Unsere Route
Insgesamt war die Trekkingtour ca. 140 km weit, was wir in 9 Tagen gelaufen sind. Hier sind die einzelnen Teilabschnitte mit ausführlichem Reisebericht:
- Tag 1 & 2: Zum Langisjór (Piste F208, Abzweig F235 – Sveinstindurhütte): ca. 23 km
- Tag 3 – 6: Eldgjá-Trail (Sveinstindur – Hólaskjól): ca. 32 km
+ Tageswanderung Langisjór: ca 20 km - Tag 7 – 8: Strútstígur (Hólaskjól – Hvanngil): ca. 41 km
- Tag 9: Teilstück Laugavegur (Hvanngil – Landmannalaugar): ca. 26 km
Da ich keinen GPS-Track der Route hatte und somit die Tour weder digital planen noch aufzeichnen konnte, habe ich nachträglich den Streckenverlauf auf dieser Karte mit Punkten markiert. Die Übernachtungen sind die orangen Stecknadeln.
Generell würde ich die Streckenzeiten eher großzügig planen, wir hatten beim Trekking zwar (fast) nur gutes Wetter, aber bei Regen oder Nebel und schlechter Sicht ist man sehr viel langsamer unterwegs. Das Laufen auf kleinen Pfaden oder gar weglosen Landschaften dauert außerdem viel länger, als auf einem guten Trekking-Weg wie dem Laugavegur.
Ist man in Island wandernd unterwegs, sollte man sich am besten bei safetravel.is anmelden. Man hinterlegt die geplante Route und sollte man verloren gehen, wird nach einem gesucht.

Karten & Wanderführer
Papierkarten: Leider gibt es nicht so viele Karten im optimalen Maßstab 1:50.000. Ein paar beliebte Gegenden wie z.B. der Laugavegur (südliches Fjallabak) sind zwar mit solchen Karten abgedeckt, doch wenn man abseits der Standartroute unterwegs sein will, muss man zu einer 1:100.000 Karte greifen. Diese ist zwar nicht optimal, aber zur Not ausreichend.
Ich habe meine Karte bei der Geobuchhandlung Kiel bestellt. Dort sind Karten für alle Wandergebiete verfügbar. Wir hatten diese Karte: Serkort 4, Landmannalaugar, Thorsmörk, Fjallabak. Der Maßstab eignet sich aber gut zur Planung der gesamten Route, man hat einen super Überblick über die ganze Gegend.
Wanderführer: Ich kann jedem nur Island – das südliche Hochland von Uwe Grunewald ans Herz legen. In dem Buch sind die Wanderrouten sehr genau und gut beschrieben, zur Navigation haben wir ausschließlich die Karten im Anhang benutzt. Der Strutstigur verläuft die meiste Zeit weglos und ist z.B. in oben genannter Karte gar nicht eingezeichnet, aber dank dem Buch kann man sich quasi kaum verlaufen.
Onlinekarten: map.is ist eine fantastische Online-Karte. Man kann sich die Wanderwege einblenden lassen (ich habe die Begriffe rechts per Google Translator übersetzt 🙂 ), im Moment nutze ich die Karte um eine mögliche Hochlandquerung abzuchecken… 😉
Karten-Apps: Ich habe für diese Tour keine GPS-Karte genutzt, da es teilweise die Wanderwege nicht gab (der erste Teil des Struttstigur) und ich somit keinen GPS Track anlegen konnte. Mittlerweile würde ich mir die Tour als Off-Path-Weg anlegen und auf jeden Fall auch auf meinem Smartphone speichern. Gute Apps hierfür sind z. B. Komoot, OsmAnd, MapOut, CalTopo oder Maps.me.

Öffentlicher Nah- und Fernverkehr
Wir sind die Strecken mit dem Busunternehmen „NAT“ (Nordic Adventure Travel) gefahren: nat.is
Die Website ist erstmal ein bisschen verwirrend, aber sobald man sich mit den Ortsnamen vertraut gemacht hat, kann man gezielt nach einer passenden Route suchen. Wir sind bei der Fahrt zur Eldgjá z.B. mit dem Bus von Reykjavik nach Skaftafell gefahren, die Zeiten finden sich hier bei nat.is unten auf der Seite.

Ausrüstung
Ja ja, die liebe Ausrüstung. Was nehme ich mit, was lasse ich daheim? Sind die Stürme in wirklich so schlimm? Wie kalt wird es im Hochland?
Ich nutze als Ausrüstungs-Inspiration die Foren Outdoorforum und Ultraleicht Forum und den Blog Trekking in Island. Für die großen Gegenstände könnt ihr euch meine Packliste für den PCT anschauen, die meisten meiner Ausrüstungsgegenstände sind die gleichen.
Womit ihr auf jeden Fall rechnen müsst sind Minusgrade, sehr starker Wind und Regen.

Oben: Schlafsack, Isomatte, Wechselkleidung, Regenzeug, 1. Hilfe, Technik.
Unten: Warme Kleidung, Neoprensocken, Karte & Kompass, Alu-Sitzkissen, Buch & Stift, Magnesiumtabletten, Hygiene, Trekkingstöcke, Kamera, Kameratasche, Stativ
Nicht im Bild: Kocher, Topf und Brennstoff.
Hier noch ein Foto meines gepackten Rucksackes, es fehlte nur noch der Spiritus und die Wasserflasche:

Inspiration für weitere Touren
Eine gute Inspirationsquelle mit unzähligen Reiseberichten ist das deutsche Outdoorforum, outdoorseiten.net. In der Rubrik „Reiseberichte Nordeuropa“ finden sich viele spannende Berichte über Island.
Die Seite isafold.de birgt einen wahren Schatz an Infos und Routenbeschreibungen. Sehr hilfreich fand ich anfangs den Überblick über die verschiedenen Weitwanderwege und deren Kurzbeschreibung.
Ich hoffe, die Infos helfen dir bei deiner Planung ein bisschen weiter. Für Detailfragen stehe ich auch gerne zur Verfügung 🙂 .
Die Tourberichte der spektakulären Tour:
-> Island Trekking Etappe 1: Tourbeginn auf der F208 zum See Langisjór
-> Island Trekking Etappe 2: Vom Langisjór zur monumentalen Eldgjá-Vulkanspalte
-> Island Trekking Etappe 3: Nordlichter und heiße Quellen auf dem einsamen Strútstígur
-> Island Trekking Etappe 4: Das farbenprächtige Finale auf dem Laugavegur bis Landmannalaugar
Roadtrip-Inspiration für Island:
Island Roadtrip: Die südliche Ringstraße – Erwartungen und was mich überrascht hat
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