Eine gute Packliste für Trekking in Kirgistan zu erstellen ist wichtig: Du bist tagelang fernab der Zivilisation unterwegs, das Wetter kann sich in Stunden von T-Shirt-Wetter zu Nachtfrost wandeln – und jedes Gramm im Rucksack spürst du spätestens am dritten Tag. Hier ist, was wirklich in deinen Rucksack reingehört.
Die Packliste ist eine Mischung aus leichter Ausrüstung, Sicherheit und Robustheit. Sie liefert dir eine vollständige trekkingtaugliche Ausrüstung für Touren, bei denen du dein gesamtes Reisegepäck selbst trägst. Das heißt, dass du kein zusätzliches Gepäck für die Tour zwischenlagern kannst, um es später für die Weiterreise abzuholen.
Für unsere erste Tour von 11 Tagen hat das Essen das Rucksackgewicht enorm erhöht, weswegen wir alles Überflüssige konsequent gestrichen haben. Dadurch hatten wir fast nur Trekking-Gepäck dabei, da unsere persönliche Tragekraft das Gesamtgewicht limitiert hat.
Packlisten-trick 17: lass kleidung vor ort zurück
Um Gewicht zu sparen und trotzdem normale Kleidung für die Zeit in Bishkek und am Issyk-Köl dabeizuhaben, habe ich diese Kleidung vor Ort zurückgelassen. Klingt erst mal verrückt? Ich wette aber, du hast auch Kleidung die du eh aussortieren möchtest, weil sie abgetragen ist. Diese eignet sich perfekt dafür, im Urlaub getragen und dann zurück gelassen zu werden. Kleidung, die man zu Hause nicht mehr trägt, wird in vielen ärmeren Regionen der Welt trotz Gebrauchsspuren weiterverwendet.
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Die Packliste Kirgistan Trekking
Rucksack
- Lowe Alpine – Mt. Troy 65 + 15
- Rucksack-Inlay – 1 große schwarze Abfalltüte
- Rucksack Regenschutz – Osprey* (das war zu klein und hat nicht komplett über den Rucksack gepasst)
Das wohl wichtigste Ausrüstungsstück, da er darüber entscheidet, ob du auf deiner Wanderung leidest oder Spaß hast. Das wichtigste Kriterium ist, dass der Rucksack DIR passt und du ihn (einigermaßen) bequem über lange Zeit tragen kannst.
Normalerweise bin ich großer Fan der Exos Rucksäcke von Osprey*, die 58l Version hatte ich auch auf meinem Section Hike auf dem Pacific Crest Trail dabei. Da ich auf unserer ersten Tour mehr als das empfohlene Maximalgewicht dabei hatte, habe ich meinen alten schweren Rucksack verwendet.
Shelter
- Zelt – Tarptent Scarp 2 (bei sackundpack kaufen)
- extra Abspannleinen
- Tyvek Zeltunterlage
- Schlafsack – Cumulus Panyam 450 + 50g overfill
- Hüttenschlafsack/Seideninlet*
- Isomatte – Therm-a-Rest NeoAir XLite*
- Kissen – Therm-a-Rest Kissenbezug, 27 g (das gibt es scheinbar nicht mehr, von Cocoon* gibt es etwas ähnliches)
Deine Ausrüstungsgegenstände müssen stärkere Winde aushalten sowie für Temperaturen bis mind. -5 ° geeignet sein. Achtet auch bei eurer Isomatte auf den R-Wert!
Den Temperaturbereich eures Schlafsacks könnt ihr verbessern, indem ihr z. B. ein Inlet nutzt, warme Wollkleidung anzieht oder eure Puffy Jacke mit in den Schlafsack nehmt. Achtet dabei aber darauf, dass ihr eure Körperwärme nicht zu sehr isoliert, bevor sie den Schlafsack überhaupt aufwärmen kann.

Kleidung
- 2x Wandersocken Merino – Darn Tough* (hier geht’s zur Firmenwebsite)
- wasserdichte Socken – Sealskinz*, fürs Furten
- Wollsocken – selbstgestrickt
- 6x Unterwäsche – Tangas ohne Nähte* (scheuert nicht, trocknet schnell bei tgl. waschen)
- Wanderhose
- Skiunterwäsche 3/4 lang – z. B. The Mobile Society* (schlafen)
- Sport-BH
- Sport-Top
- Wanderhemd – Friluft
- Langsarmshirt Merino – Icebreaker (schlafen)
- Wanderstiefel – Meindl
- Trekkingstöcke – Black Diamonds Womens Trail (gibt es nicht mehr, hier das Nachfolgermodell*)
Tagsüber kann es schön warm und sonnig sein, aber genauso sind Minusgrade und Schneeregen möglich. Mit deiner Trekkingkleidung solltest du immer angenehm wandern können. Ich war z. B. meistens mit Top und Hemd unterwegs, habe bei Wind und Kälte meine Regenjacke und Buff, Schal und Handschuhe dazu genommen und als es ganz kalt wurde bin ich auch mal mit meiner Daunenjacke gewandert.


Bezüglich Unterwäsche: Früher habe ich immer normale Sport-Unterwäsche benutzt und diese jeden Tag gewaschen, doch auf dem PCT habe ich durch „Zufall“ (Wäsche vergessen und erst nach einem Tag wandern gemerkt) herausgefunden, wie viel angenehmer Tangas sind. Man kann mehr für das gleiche Gewicht mitnehmen, hat öfter frische Unterwäsche, muss nicht so oft waschen und sie trocknen irre schnell.
Wetterschutz
- Regenhose – Decathlon
- Regenjacke – Marmot
- Knirps-Regenschirm, 1 € Laden
- Daunenjacke – Mountain Equipment Dewline (diese Linie gibt es nicht mehr, die Senja* hat die gleiche Füllmenge bei 100g weniger Gewicht)
- dünne Handschuhe (Fäustlinge) – Redfox Polartec (dort gekauft, gibt’s hier nicht)
- Buff* (Stirnband)
- Halstuch
- Cap
- Sonnenbrille
Wir hatten fast jeden Tag Regenschauer oder längere Regenphasen, zu denen es auch sehr kalt werden konnte. Ich habe in den letzten Jahren die Vorteile des Wanderns mit Regenschirm entdeckt: Gesicht, Schultern und Hände bleiben trocken. Bestes Gefühl! (vorausgesetzt es ist nicht zu windig, versteht sich)

Hygiene
- Klopapier 2 Rollen
- Handtuch – mittelgroß, da ich es auch fürs Baden am Issyk Köl gebraucht habe
- Kulturbeutel: Kontaktlinsen&Brille, Deo, Einwegrasierer, Haargummi, Kamm, Wattestäbchen, Zahnpasta, Zahnbürste, Gesichtscreme, Seife, Mooncup, insgesamt 160g
- Mückenspray
- Labello + SPF
- Sonnenschutz
- Handdesinfektionsmittel
Elektronik
- Kamera*, Objektiv*, Speicherkarten, 3 Akkus, Ladekabel & Ladegerät
- Stativ – Manfrotto Offroad (1,6 kg)
- Powerbank (10.000mAh)
- iPod & Kopfhörer (mittlerweile nutze ich nur noch mein Smartphone zum Musik hören)
- Smartphone, Ladekabel
- Stirnlampe – Petzl Bindi*
- Notfall-GPS-Gerät PLB Ocean Signal rescueME
1. Hilfeset
- Fenistil
- Ibuprofen (Entzündungshemmend)
- Dolormin für Frauen (Regelschmerzen)
- Mullbinde
- Panzertape (um einen Stift gewickelt)
- entzündungshemmende Enzyme (persönliche Medikamente)
- Stück Schnur
- Nadel & Faden

- Ohropax
- Mini-Kompass
- Karten, falls das Handy zur Navigation ausfällt
- Dokumente (Ausweis, Geld)
- Heftchen & Stift (mittlerweile nutze ich für das Reisetagebuch die Notiz-App)
Kochen
- Kocher – MSR Pocket Rocket 2*
- Topf & Griff* – Trangia* (1,5 l)
- selbstgebastelter Aluwindschutz und -deckel
- Tasse – Berghaferl*
- Spork – Light my Fire*
- kl. Spültuch
- Messer – Opinel*
- 3x 1l Faltflasche – Platypus*
- Trinkschlauch – Platypus Hoser*
- Wasserfilter – Sawyer Mini* (für zwei Personen würde ich definitiv den normalen Squeeze* und nicht den Mini empfehlen, da man sich sonst zu Tode squeezed 😉 )
- 40x Micropur Tabletten* zur Desinfektion (ich muss dazu sagen dass wir sie nur ein einziges Mal verwendet haben. Das Wasser hat danach so eklig geschmeckt, dass ich es nicht mehr trinken konnte…)
Achtet bei eurem Wasserfilter darauf, ihn nicht über Nacht außerhalb des Zeltes zu lassen. Die Filter gehen kaputt wenn sie gefrieren, und ich habe mir so meinen Filter in Kirgistan zerstört.
Übrigens hält das Gas länger und das Wasser kocht schneller, wenn du einen Windschutz verwendest. Ich habe mir einfach einen aus Aluminiumfolie selbst gebastelt, der problemlos mehrere Jahre hält. Selbiges mit dem Topfdeckel (beides leichter als gekaufte Alternativen)

Gastgeschenke
Die kirgisischen Berbgewohner leben noch größtenteils nomadisch und die Kinder haben nicht regelmäßig Zugriff auf neue und leckere Dinge wie Malstifte, Gummibärchen oder Brause. Wir haben deswegen ein paar Geschenke in unsere Packliste aufgenommen. Das ist auch überaus praktisch, da man oft Essen angeboten bekommt, und so kann man zumindest ein Gastgeschenk übergeben.
Wir wurden auch einmal zu einem Tausch von Käse gegen Batterien gefragt – wir hatten sie nicht dabei, aber es wäre eine gute Idee für deine Tour ;). Wir haben dann übrigens Käse gegen Salami getauscht, das hat der Kirgise auch gerne genommen.
Verbrauch/Essen
- 8x Abfalltüten klein
- Gaskartusche groß (Tour 1) bzw klein (Tour 2) (in Bishkek gekauft)
Für die erste Trekkingtour (11 Tage) haben wir uns das Essen aus Deutschland mitgenommen:
Snacks
Meine Snack Regel pro Tag: ca 50g Süßigkeiten, 1 Riegel, handvoll Trockenobst/Nüsse
- 330g M&Ms
- 1 Packung Katjes YoghurtGums
- 3 Tafeln Schoki
- 11x Riegel (Corny & Oatsnack)
- getrocknete Aprikosen
- 300g Frucht-Trailmix (Schoko-Nuss-Mix)
- 550g Studentenfutter
Frühstück
- 100-120 g Müsli mit 30 g Milchpulver pro Tag (vorgepackt in einzelne Ziplock-Beutel)
Mittagessen
- 960g Tortilla-Wraps
- 800g Salami
- 1 Becher Erdnussbutter
Abendessen
- eine Packung Trekkingnahrung (ca. 150g) pro Tag
- Magnesium & Zink, ca. 250 g insgesamt
Das macht über 8 kg Essen für mich, Michi hatte etwas mehr dabei.
Insgesamt inkl. Essen und Wasser (mind. 1 l, oft mehr) hatten wir jeweils über 20kg beim Start, was uns auf Dauer bei den Strecken und den Höhenmetern deutlich zu viel Gewicht war. Ich habe beschlossen, nur noch max. 8-9 Tage am Stück zu trekken.
Kirgistan generell
- Jute-Beutel (als Handgepäck, später als Packbeutel genutzt)
- Sandalen (als Campschuhe genutzt)
- Bikini
vor der Trekkingtour zurückgelassene Gegenstände:
- 2 T-Shirts
- einige normale Socken und Unterwäsche
- Shorts/Rock (hatte ich nicht dabei, habe ich wegen der Hitze ziemlich vermisst – bedenkt dass Kirgistan größtenteils muslimisch ist und deswegen empfohlen wird, die Knie/Schultern zu bedecken)
- Shampoo, Spülung & Duschbad
Ansonsten habe ich meine Trekkingkleidung getragen. Damit war ich zwar nicht sonderlich stylisch unterwegs, aber das war mir relativ egal. Das Wanderhemd ist im übrigen auch insofern praktisch, dass es nicht sofort nach Sport anschaut. Ich habe es z. B. immer in Restaurants angehabt und war damit nicht total underdressed.
Generell ist Kirgistan im Sommer ein sehr warmes Land. Für typische Reiseregionen wie Bishkek oder den Issyk Köl See wirst du nur kurze Klamotten benötigen. Als Schuhe habe ich meine Sandalen genutzt, da es für geschlossene Schuhe zu heiß war.
überflüssige Ausrüstung
die wir dabei hatten, aber nicht gebraucht haben
- Mückennetz -> die Mückensituation hielt sich absolut in Grenzen
- Waschschüssel -> man kann hierfür auch einfach seinen Topf nutzen bzw. akzeptiere ich mittlerweile einfach den stink-Faktor 🙂
- Heftchen & Stift für Notizen -> habe ich früher immer genutzt, mittlerweile verwende ich aber lieber die Notes App auf meinem Handy
Schau dir auch meine Packliste für meine 27-tägige Solo-Wanderung auf dem PCT an
Meine Beiträge rund um Kirgistan:
- Trekking in Kirgistan – Alle Infos für eure Planung
- 11 Tage Trekking in Kirgistan – Terskej-Alatau-Traverse
- Trekking in Kirgistan – In vier Tagen vom Tamga-Tal ins Barskoon-Tal
Für mehr Inspiration zur Ausrüstung und Packlisten:

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