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Der W-Trek im Torres del Paine Nationalpark in Patagonien ist für viele eine absolute Traum-Wanderung. Und das zu Recht: er bietet wilde imposante Berge, spektakuläre Natur, spannendes Wildlife und ist einer der berühmtesten Weitwanderwege der Welt. Ein Must-Do für viele auf ihrer Patagonienreise.

Der W-Trek ist für alle Wandertypen geeignet, von Anfänger bis Erfahrene – auch das macht ihn so beliebt. Er führt in 4–5 Tagen an den berühmtesten Highlights des Nationalparks vorbei und es gibt viele Übernachtungsmöglichkeiten. Der weniger bekannte O-Trek ist ca. doppelt so lang, etwas schwieriger und eher für Leute mit Trekkingerfahrung zu empfehlen.

Während die Wanderungen selbst relativ einfach sind, gestaltet sich die Planung umso schwieriger: Ein verwirrendes Buchungssystem, unglaublich schnell ausgebuchte Zeltplätze und hohe Preise warten auf dich. Damit du nicht schon vor dem Start die Motivation verlierst, habe ich dir mit diesem Beitrag eine genaue Anleitung zusammengestellt. Nachfolgend erfährst du, wie du den W-Trek im Torres del Paine planst, welche Kosten auf dich zukommen und ob der O-Trek vielleicht die bessere Wahl für dich ist.

Bergpanorama auf dem W-Trek Torres del Paine Nationalpark
Das Bergpanorama am Aussichtspunkt Británico

der W-Trek und O-Trek im Torres del Paine Nationalpark

Im Zentrum des Torres del Paine Nationalparks liegt ein markanter Gebirgszug, in dem es zwei prominente Trekkingtouren gibt. Der W-Trek führt an der Südliche Seite entlang, die Wegführung bildet den Tälern folgend auf der Karte ein riesiges W. Der O-Trek hingegen führt in einem Kreis einmal um das Massiv herum und bildet somit ein sehr großes liegendes O. Ich denke, die Namensfindung erklärt sich damit von selbst 😉

Karte des W-Trek und O-Treks im Torres del Paine Nationalpark
Die goldene Linie ist der W-Trek, die dunklere orange Linie plus die goldene Linie ist der O-Trek.

GPS Download W-Trek | GPS Download O-Trek

Die offizielle Karte des Parks mit allen Wanderwegen kannst du hier herunterladen.

Fakten zu den Touren

W-Trek

  • Distanz: ca. 74 km, +2.630 m, -2.550 m
  • Dauer: 4–5 Tage
  • Startpunkt: Camp Paine Grande oder Camp Central
  • Endpunkt: Camp Paine Grande oder Camp Central
  • Hinkommen: öffentlicher Bus & Boot
  • höchster Punkt: Aussichtspunkt Base Torres, 870 m
  • Schwierigkeit: Leicht
  • Kosten: sehr hoch
  • Voraussetzung: Campsites müssen im Voraus gebucht werden

O-Trek

  • Distanz: ca. 120 km, +4.120 m, -4.130 m
  • Dauer: 7–8 Tage
  • Startpunkt: Camp Central
  • Endpunkt: Camp Central
  • Hinkommen: öffentlicher Bus
  • höchster Punkt: John Gardner Pass, 1.180 m
  • Schwierigkeit: Mittel
  • Kosten: sehr hoch
  • Voraussetzung: Campsites müssen im Voraus gebucht werden

W-Trek oder O-Trek – welcher ist der Richtige für dich?

Obwohl beide Treks so nah beieinander liegen, bieten sie meiner Meinung nach sehr unterschiedliche Erfahrungen. Der O-Trek ist sehr viel einsamer und natürlicher, während der W-Trek regelrecht überlaufen, dafür aber auch spektakulärer ist. Auf dem O-Trek hat man den Vorteil einer sich bildenden Wander-Community, auf dem W-Trek hingegen trifft man etliche Tageswanderer, Touristengruppen, Ausflügler und generell viele Menschen, die Abends in den Restaurants Party machen. Es hat mich ein wenig an Aprés Ski erinnert.

Falls du die Einsamkeit suchst, könntest du auch nur die nördliche Hälfte des O-Treks gehen, vom Las Torres Camp zum Paine Grande Camp. Dadurch lässt du die am stärksten überlaufenden Teile des Parks aus, verpasst aber auch die berühmten Felsentürme des Base Torre Aussichtspunkt.

Ich bin im Januar 2025 den W-Trek gegangen, für den O-Trek gab es damals leider keine freien Campingplätze mehr. In diesem Beitrag werde ich dir aktuelle Tipps und Infos zu beiden Treks zur Verfügung stellen.

Der Grey Gletscher ist definitv ein Highlight des W-Treks und O-Treks. Hier gesehen vom Aussichtspunkt zwischen dem Paine Grande Camp und Grey Camp.

Kannst du die Trekkingtouren auch ohne Zelt machen?

Viele fragen sich, ob man den W-Trek ohne Zelt machen kann – technisch ist das möglich, sinnvoll ist es meiner Meinung nach jedoch nicht. Alle Hütten habe auch eine Hotel/Hütten-Option. Ich persönlich würde jedoch nicht dazu raten, da der Trek dann weit über 1.000 € kosten würde – und meiner Meinung nach ist er das nicht Wert.

Stattdessen würde ich dir empfehlen, in Tagestouren zu den zwei Highlights des W-Treks zu laufen: Dem Grey Gletscher (von Paine Grande aus) und den Base Torres Aussichtspunkt (vom Welcome Center/Camp Central aus).

Den O-Trek kannst du nur mit Zelt gehen. Nicht alle Camps haben auch eine Hütten-Option.


Übrigens: der Name „Torres del Paine“ bedeutet übersetzt so etwas wie „Blaue Türme“ oder „Himmelblaue Türme“. Namensgebend sind die drei Zinnen mit dem gletscherblauem See, die ihr im Titelbild des Beitrags sehen könnt. „Paine“ ist allerdings kein spanisches Wort sondern kommt aus der indigenen Sprache der Tehuelche, einem Volk aus Südpatagonien. Heute ist die Sprache so gut wie ausgestorben.

Wusstest du, dass der Name Patagonien auch von den Tehuelche kommt? Der portugiesische Entdecker Magellan (nach dem die Magellanstraße benannt ist) sah die Ureinwohner, die im Vergleich zu den Europäern sehr groß gewachsen waren, und nannte sie „Patagones“ – „Großfüßer“ oder als Anspielung auf einen Riesen aus einer Geschichte „Pathagón“. Die Region, in der die „Patagones“ lebten, wurde dann als „Patagonia“ betitelt.


Anforderung der Trekkingtouren

Du musst für eine mehrtägige Wanderung im Torres del Paine alle Campingplätze im Voraus reservieren und buchen. Es ist nicht möglich, diese spontan vor Ort zu buchen. Du musst außerdem vor der Anreise online ein Nationalparkticket kaufen und bei der Einreise vorweisen. Du brauchst außerdem dein Einreiseticket, dass dir vom Grenzbeamten in den Pass gelegt wurde, und musst es an den Campgrounds vorzeigen.

Ist der W-Trek im Torres del Paine für Anfänger geeignet?

Die größte Schwierigkeit des W-Treks liegt im unberechenbarem Wetter von Südpatagonien. Ansonsten sind die Wege sehr einfach zu gehen, die Höhenmeter liegen im Rahmen, es ist stark frequentiert und die nächste Hütte mit Personal, Restaurant und Zimmern ist nie mehr als 4–5 h entfernt. Es ist ein sehr sicherer Trek und absolut Anfänger geeignet.

An den Campgrounds gibt es Aufenthaltsräume, an denen man Zuflucht vor der Witterung hat und in denen heißes Wasser bereitgestellt wird. Somit muss man sich nicht einmal das Wasser für das Abendessen selbst kochen. Auch Trinkwasser gibt es an den Campgrounds, außerdem kann man auch das Wasser aus den Bächen trinken.

Wer sein Essen nicht selbst schleppen möchte und bereit ist, horrende Summen dafür auszugeben, kann sich das komplette Essen in den Restaurants kaufen. Sie bieten sogar Lunchpakete an. Dafür muss man aber auch mit ca. 50–150€ pro Tag Mehrkosten rechnen.

Der O-Trek als lange Alternative für Erfahrene

Der O-Trek ist deutlich anspruchsvoller. Zum einen weil er durch das wilde, wenig frequentierte und fernab der Zivilisation liegende Hinterland des Parks führt, zum anderen, weil man dem Wetter sehr viel stärker ausgesetzt ist. Erst im November 2025 sind fünf Wanderer nahe dem John Gardner Pass bei einem Blizzard tödlich verunglückt.

Der John Gardner Pass ist der anspruchsvollste Teil der Trekkingtour und kann bei extremen Wind, Eis und Schnee gefährlich werden.

Die Etappen des O-Treks sind länger als des W-Treks und teilweise anspruchsvoller. Dazu kommt, dass man zu Beginn 7–8 Tage Nahrung im Rucksack schleppt. Ich selbst bin den O-Trek nicht gegangen, denke aber dass man es als Anfänger durchaus schaffen kann – es erfordert allerdings eine intensivere Planung, gutes Equipment und durchdachte Ausführung.

Der W-Trek ist zumeist sehr einfach zu gehen und klar zu erkennen. Hier kurz nach dem Start in Paine Grande.

W-Trek planen

Ist der W-Trek wirklich so toll wie alle sagen?

Ich möchte ganz erhlich sein: Ich habe bezüglich des W-Treks gemischte Gefühle. Das liegt an unterschiedlichen Rahmenbedingungen, für die die Tour an und für sich „nichts kann“.

Zum einen ist der Park extrem überfüllt. Ich finde das immer schwer zu kritisieren, schließlich bin ich ja auch eine der Personen, die dort rum rennen. Allerdings fühle ich mich einfach wohler, wenn nicht so viele Menschen um mich herum sind. Hinzu kommt, dass die meisten einen Gepäckservice nutzen oder Tagestouren machen und somit mit einem kleinen Rucksack unterwegs sind. Ich persönlich finde das immer etwas demotivierend, wenn ich daneben meinen Trekkingrucksack mit X Tagen Nahrung herumschleppe.

Außerdem ist die Stimmung nicht so wirklich „Naturbelassen“. Viele Menschen kommen dort hin, suchen die krassen Fotospots und mega Abenteuer und lassen es dann Abends an der Bar ordentlich krachen. Das ist normalerweise nicht das was ich suche, wenn ich tagelang in die Natur gehe.

Hinzu kommt, dass der W-Trek mittlerweile extrem teuer geworden ist (mehr dazu im Punkt „Kosten„). Früher haben die Campgrounds 10–20 $ gekostet, heute fangen sie teilweise für eine Person bei 80 $ an. Und wenn ich für die Übernachtungen 300–500 $ zahle, bewerte ich das Erlebnis anders, als wenn ich 50–100 $ dafür zahle.

Bei diesen Kosten stellt sich für mich schnell die Frage, ob sich das Erlebnis überhaupt „lohnt“

Insgesamt war ich von der Landschaft etwas enttäuscht. Nicht so spektakulär wie erwartet, nicht so viel „unberührte Natur“ wie erwartet, viel mehr Wald als gedacht. Allerdings muss ich mich da auch an der eigenen Nase packen und sagen, dass die Erwartungen extrem hoch waren. Ich wollte schon seit 10 Jahren nach Patagonien, weil ich damals Fotos vom Torres del Paine gesehen habe. Und wenn die Erwartungen so hoch sind, ist es besonders schwer, diese zu erfüllen.

Objektiv gesehen ist es aber immer noch eine gute Trekkingtour in wunderschöner patagonischer Landschaft, mit hervorragender Infrastruktur und der Möglichkeit, Pumas oder Guanacos in freier Wildbahn zu sehen. Ob es einem das Geld wert ist, hängt vermutlich auch vom individuellen Budgetrahmen ab.

Wenn du dir einen genauen Eindruck verschaffen willst, lese dir meinen 4-tägigen W-Trek Erfahrungsbericht durch, in dem ich all meine Eindrücke aufgeschrieben habe.

Ein Großteil des W-Treks verläuft zwischen Bäumen, wie hier beim Aufstieg in das Francés Tal zum Británico Aussichtspunkt.

Die Route, Dauer & Startpunkte

Mögliche Routen für den W-Trek

Der W-Trek ist sowohl von links nach rechts (West-Ost) als auch von rechts nach links (Ost-West) machbar. Der Startpunkt ist entweder am Central Campingplatz beim Welcome Center oder am Paine Grande Campingplatz. Die Route sieht vor, dass man in jedem der drei Täler zu einem Aussichtspunkt aufsteigt (Grey, Británico und Base Torres) und dann wieder zurück läuft und die Wanderung fortsetzt.

Die zwei möglichen Startpunkte der Trekkingtour, inklusive Boots- und Bus-Haltestellen für Paine Grande.

Wie du zu den jeweiligen Startpunkten kommst, erfährst du im Punkt „Anreise„.

Wo starten?

Wo du nun startest ist relativ gleich (Paine Grande oder Central). Die Torres sind definitiv das größte Fotohighlight, allerdings ist die Strecke dorthin auch extrem überlaufen und man fühlt sich als verschwitzter Trekker am Ende der Tour etwas fehl am Platz. Aber auch Paine Grande ist sehr voll und man ist abhängiger von den Zeiten des Bootes. Mir persönlich war es lieber, am Ende der Tour einfach mit dem Bus zurück fahren zu können, deswegen habe ich in Paine Grande gestartet.

Wie lange dauert die Wanderung?

Die meisten laufen die Tour in 4 bis 5 Tagen, dabei kann man zwischen 6 Campingplätzen wählen. Durch die vielen Variablen (wie weit läuft man in die Täler, welche Campgrounds, persönliche Fitness) ergeben sich viele individuelle Routenverläufe.

Einer der wohl ausschlaggebendsten Punkte für die Route sind die schnell ausgebuchten Campingplätze, sowie ihre Kosten. Es gibt im Torres del Paine zwei Betreiber der Campingplätze: Vertice Patagonia und Las Torres Patagonia.

Die Campingplätze auf dem W-Trek:

  • Grey (Vertice)
  • Paine Grande (Vertice)
  • Francés (Las Torres)
  • Los Cuernos (Las Torres)
  • Chileno (Las Torres)
  • Central (Las Torres)

Achtung: früher gab es noch einige kostenlose Camps im Park, z. B. das Camp Italiano. Diese sind nicht mehr aktiv! Ihr könnt dort nicht zelten.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Vertice viele Campingplätze zur Verfügung hat und auch noch später im Jahr gut zu buchen ist. Las Torres hingegen ist zum einen unfassbar teuer, und zum anderen waren 2024 die reinen Campingplätze, bei denen man sein eigenes Zelt etc. mitnimmt, nie zur Buchung zur Verfügung gestanden. Und ein Campingplatz mit gemieteten Zelt kostete für mich 150 $. Freie Plätze gab es zumindest am Central Campingplatz viele, die freie Fläche war ungefähr so groß wie drei Fußballfelder. War ich frustriert? Da kannst du dir sicher sein.

klassische Beispielroute für 5 Tage, W-Trek:

  • Tag 1: Start in Paine Grande, Wanderung zum und Übernachtung im Camp Grey
    (10,6 km, +423 m, -387 m)
  • Tag 2: Aufstieg ohne Rucksack zum Aussichtspunkt über den Grey Gletscher, Wanderung zu und Übernachtung im Camp Paine Grande.
    (12,9 km, +427 m, -462 m)
  • Tag 3: Wanderung zum Británico Aussichtspunkt (der Rucksack kann für den Aufstieg an der Rangerhütte Italiano zurückgelassen werden), dann Wanderung zum und Übernachtung im Camp Francés
    (20,2 km, +852 m, +719 m)
  • Tag 4: Wanderung zum Camp Chileno
    (15,6 km, +729 m, +488 m)
  • Tag 5: Aufstieg ohne Rucksack zum Base Torres Aussichtspunkt, danach Wanderung zum Camp Central
    (12,9 km, +632 m, -916 m)
Alternative Routen

Alternativ könntest du z. B. auch in Paine Grande starten, dort dein Gepäck zurück lassen und die Wanderung zum Camp Grey nur als Tagestour laufen. Dann würdest du am zweiten Tag zum Francés Camp wandern (mit Abstecher zur Francés oder Británico Aussicht). Am dritten Tag geht es dann zum Camp Central und am vierten Tag als Tagestour zum Aussichtspunkt Base Torres, möglich auch zum Sonnenaufgang.

Meine Route: Ich bin am ersten Tag von Paine Grande zum Camp Grey gelaufen. Am zweiten Tag ging es bis zur ersten Hängebrücke ohne Gepäck nach Norden und zum nordwestlich vom Camp Grey gelegenen Aussichtspunkt auf den Grey Gletscher, danach zurück zum Camp Paine Grande. Am dritten Tag bin ich zum Británico Aussichtspunkt gelaufen und habe ich Camp Chileno übernachtet. Am vierten Tag ging es zum Base Torres und abschließend zum Camp Central, wo ich die letzte Nacht verbracht habe. Mehr zu dieser Variante findest du in meinem Tourbericht des W-Treks.

Jeder Routenverlauf ist natürlich auch immer in die andere Richtung möglich.

Sonnenaufgang an den Torres

Es ist sehr beliebt, zum Sonnenaufgang zum Aussichtspunkt Base Torres aufzusteigen. Wenn man Glück hat sieht man dann die Türme in knallrot angeleuchtet, eben ein typisches fantastisches Alpenglühen. Die Nacht davor verbringt man auf dem Camp Central, und nach der Wanderung kann man mit einem der späten Busse zurück nach Puerto Natales fahren (oder zum Camping Pehoé).

Stelle dich darauf ein, dass sehr viel los sein wird und es sehr kalt wird. Du brauchst eine gute Stirnlampe für den Aufstieg im Dunkeln.

Perfekt Individualisierbar

Das tolle am W-Trek ist, dass man sich die Route wirklich nach eigenem Können und Wollen zurechtbasteln kann. Du bist super fit und langweilst dich schnell? Buche die Hütten weiter auseinander und laufe beim Grey Gletscher höher in das Tal hinauf. Du bist unerfahren und nicht so fit? Laufe nur zum ersten Aussichtspunkt kurz nördlich des Grey Camps und nur zum Francés Aussichtspunkt, nicht bis zum Británico, buche mehr Hütten und plane mit 5–6 Tagen.

Falls du von den Distanzen und Höhenmetern abgeschreckt bist, lass mich dich beruhigen: einen guten Teil der Bergauf-Etappen legt man ohne seinen schweren Rucksack zurück, weil man die gleiche Strecke hoch und runter läuft und den Rucksack am Ende wieder einsammeln kann. Und das macht einen riesen Unterschied!


W-Trek Zeltplätze buchen

Die Buchung für die nächste Wandersaison (Okt–April) beginnt meist im Mai. Willst du deine Wunschcamps, solltest du so früh wie möglich reservieren. Ich habe meine Camps für Ende Januar im Oktober gebucht und hatte Schwierigkeiten, noch freie Plätze zu finden.

Es kann schwierig sein, freie Campingplätze in der richtigen Reihenfolge zu den richtigen Daten zu finden, und die Buchungsseiten der jeweiligen Agenturen lassen sich nicht so gut bedienen. Typischerweise beginnt nun ein stundenlanges Spiel aus freiem passendem Camp und Datum suchen, Route ändern, Etappen umplanen, Richtung ändern etc. Das dauert ewig und ist extrem nervig!

Buchungstipp

Aufgrund des schwierigen Buchungssystem empfehle ich die Nutzung eines Buchungsportals, in dem dir automatisch eine komplette Route mit freien Daten herausgesucht wird. Zum Beispiel Booking Patagonia (von Spanisch auf Englisch umstellen) oder Torreshike.

Hier kannst du einfach den Trek wählen, den Zeitraum sowie die Laufrichtung und die Seite gibt dir aus, welche Campingplätze zu welchem Zeitpunkt noch frei sind.

Auf welcher Seite du dann letztendlich buchst, ist natürlich dir überlassen.

Ich persönlich habe versucht, möglichst wenige Nächte in den Campgrounds von Las Torres zu verbringen, schlicht wegen der Preise. Die Zeltplätze von Vertice kosten um die 12 $. Die Zeltplätze von Las Torres kosten für eine Person zwischen 80 und 300 $.

Anmerkung: Ich habe in Puerto Natales Wanderer getroffen, die vor Ort spontan noch Campingplätze buchen konnten. Falls du also gerade schon in Patagonien bist, aber keine Reservierung hast, lohnt es sich auf jeden Fall noch Verfügbarkeiten zu prüfen!

Ich habe auch von Leuten gehört, die einfach los gelaufen sind und gehofft hatten, sie könnten den Serón Campingplatz spontan direkt dort buchen – sie wurden aber noch am selben Tag von Rangern zurück geschickt und mussten die gesamte Etappe doppelt laufen. Das würde ich also nicht empfehlen.

Ist Wildcampen erlaubt?

Wildcampen ist im Torres del Paine Nationalpark verboten. Ich rate aufgrund der enormen Besucherzahlen und der Beliebtheit des Trecks auch dringend davon ab, es zu versuchen. Am Ende zerstört man bei so einer Frequenz nur die Natur.

Außerdem sind die Strafzahlungen extrem hoch, sollte man erwischt werden ;).


Was gibt es auf den Zeltplätzen?

Dies hat einen eigenen Menüpunkt verdient. Ich war ja ehrlicherweise etwas unvorbereitet auf die Ausstattung und den Luxus der Zeltplätze.

Es gibt überall:

  • heiße Duschen (!)
  • einen Aufenthaltsraum mit Tischen
  • oft sogar noch eine extra kleine Küche
  • Waschbecken
  • (kochend) heißes Wasser
  • Trinkwasser
  • Steckdosen
  • W-Lan gegen Bezahlung

Was es DAZU gibt ist ein kleiner Mini-Shop, bei dem du dir für (ca. doppelte) Preise Getränke und Snacks kaufen kannst. Du cravest ein Snickers, hast aber keins eingepackt? Kein Problem!

Auf den Las Torres Campingplätzen gibt es dann noch Restaurants oder Bars, in denen du dir ganz normal Essen und Getränke bestellen kannst. Natürlich auch hier alles unsagbar teuer :). Besonders beliebt sind Bier und Pisco Sour, das merkt man dann auch recht schnell an der ausgelassenen Stimmung.

Du kannst überall ein bereits aufgestelltes Zelt mit Isomatte und Schlafsack mieten. Alternativ kannst du auch dein eigenes Zelt aufstellen und einen Schlafsack, Isomatte und Kissen in den Refugios mieten.

Außerdem hast du vier Verpflegungsoptionen: Selbstverpflegung, Frühstück, Halpension (Frühstück & Abendessen), Vollpension (Frühstück, Lunchbox und Abendessen).

Die Cuernos del Paine im Abendlicht, vom Camp Paine Grande aus gesehen

O-Trek Planen

Die Route für den O-Trek

Der O-Trek darf nur in eine Richtung gegangen werden, gegen den Uhrzeigersinn und dauert 7–8 Tage. Startpunkt ist immer das Welcome Center (Camp Central) und man läuft als erste Etappe zum Serón Camp. Die restliche Route ist durch die geringe Anzahl an Campingplätzen recht klar vorgegeben.

Lässt man ein Camp aus, kommt man schnell auf über 30 km, wodurch die ersten vier Tage schon einmal fix stehen. Das schöne: Man trifft jeden Abend die gleichen Wanderer und es bildet sich eine richtige Community. Die Menschen, mit denen ich den meisten Kontakt und die besten Gespräche hatte, waren alles O-Trek-Wanderer.

Die Campingplätze auf dem O-Trek:

  • Serón (Las Torres)
  • Dickson (Vertice)
  • Los Perros (Vertice)

Anschließend läuft man auf dem W-Trek weiter, die naheliegende Route wäre Grey – Paine Grande – Francés/Los Cuernos – Chileno/Las Torres.

klassische Beispielroute für 8 Tage, O-Trek:

  • Tag 1: Start in Las Torres, Wanderung zum Camp Serón
    (14,1 km, +348 m, -300 m)
  • Tag 2: Wanderung zum Camp Dickson
    (18,2 km, +348 m, -403 m)
  • Tag 3: Wanderung zum Camp Los Perros
    (11,3 km, +510 m, -153 m)
  • Tag 4: Wanderung über den John Gardner Pass zum Camp Grey
    (14,2 km, +840 m, -1.330 m)

ab hier geht es auf dem W-Trek weiter:

  • Tag 5: Wanderung zum Camp Paine Grande
    (10,6 km, +389 m, -424 m)
  • Tag 6: Wanderung zum Británico Aussichtspunkt (der Rucksack kann für den Aufstieg an der Rangerhütte Italiano zurückgelassen werden), dann Wanderung zum und Übernachtung im Camp Francés
    (20,2 km, +852 m, +719 m)
  • Tag 7: Wanderung zum Camp Chileno
    (15,6 km, +729 m, +488 m)
  • Tag 8: Aufstieg ohne Rucksack zum Base Torres Aussichtspunkt, danach Wanderung zum Camp Central
    (12,9 km, +632 m, -916 m)

O-Trek Zeltplätze buchen

Auch für den O-Trek empfehle ich eine Nutzung von Buchungsportalen wie Booking Patagonia (von Spanisch auf Englisch umstellen) oder Torreshike. Der O-Trek ist zwar nicht ganz so beliebt wie der W-Trek, wird aber in den letzten Jahren immer beliebter und dadurch voller.

Als ich versucht habe die Campingplätze zu buchen, war das Serón Camp die große Schwierigkeit. Es gab keine freie Tage mehr, die zu meiner Reiseplanung gepasst hätten, während die anderen Campingplätze von Vertice noch viele freie Plätze hatten.

Ich empfehle euch also auch für den ruhigeren O-Trek, frühzeitig zu buchen.

Ausblick auf den Francés Gletscher vom gleichnahmigen Aussichtspunkt Francés

Generelle Infos für dein Torres del Paine Trekking

Beste Reisezeit & Wetter in Patagonien

Das Wetter in Patagonien kann extrem sein. Vor allem der Wind ist berühmt berüchtigt, mit Kälte, Regen oder gar Schnee und Eis muss man ganzjährig rechnen.

Hauptreisezeit (Sommer): Dezember bis Februar, hier hast du durchschnittlich die wärmsten Temperaturen (15–20°) und die meisten Sonnenstunden. Allerdings sind Januar und Februar auch die Monate mit den höchsten durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten und das Wetter kann sehr unbeständig sein.

Nebensaison: November (Frühling) und April (Herbst), auch hier kann man bei durchschnittlichen Temperaturen um die 10–15° gut wandern. Generell ist das Wetter etwas beständiger, allerdings kann es auch jederzeit zu einem Wintersturm kommen.

Das Wetter ist ganzjährig unberechenbar

Generell ist Südpatagonien eine unberechenbare Klimazone. Die Wahrscheinlichkeit, dass du im Hochsommer gutes Wetter hast ist zwar höher, aber nicht garantiert.

Als Beispiel: Bei meiner Patagonienreise war der Januar und Februar ziemlich kalt und regnerisch, während ich im März und April kaum einen Tropfen Regen zu Gesicht bekommen habe und im T-Shirt wandern konnte. Allerdings gab es im April einen plötzlichen frühzeitigen Wintereinbruch mit unter -10° und sehr viel Schnee im Torres del Paine, und ich habe ein paar Leute getroffen die ihre Trekkingtour dort abgebrochen oder verschoben haben.

Sei dir also bei einer Wanderung im Torres del Paine der Wettergefahren bewusst und pack dementsprechend die benötigte Ausrüstung ein.

dunkle Regenstimmung mit Blick auf Berge und einem Gletscher in der Ferne. Regentropfen auf der Kameralinse.
Hochsommer in Patagonien: Was man auf dem Foto nicht sieht ist der peitschende Wind, der zum Regen dazu kam.

Anreise

nach Puerto Natales

Auf der Reise zum Torres del Paine führt (fast) kein Weg an Puerto Natales vorbei. Von hier fahren die Busse in den Park, und auch mit dem Auto wirst du durch den kleinen Ort fahren, außer du kommst aus El Chaltén/El Calafate aus Argentinien. Mehr zur Anreise und den Bussen in meinem Torres del Paine Guide.

Du hast folgende Optionen nach Puerto Natales zu kommen:

  • Mit dem Flugzeug: sky airline z. B. von Santiago de Chile oder Buenos Aires. Beachte bei internationalen Flügen aus Deutschland, dass die Grenzkontrolleure manchmal Lebensmittel abnehmen (z. B. abgepackte Nüsse).
  • Mit dem Bus: Recorrido oder Busbud* sind gute Portale, Busse fahren direkt z. B. von El Calafate, Punta Arenas oder Ushuaia. Von Santiago oder Buenos Aires ist es möglich komplett mit dem Bus zu fahren, dauert aber ca. 2 Tage und erfordert 3–4 Umstiege.
  • Mit der Fähre: mit Navimag kannst du von Puerto Montt in 4 Tagen direkt nach Puerto Natales fahren. Ich denke dass es ein unglaubliches Abenteuer für sich ist, einen Großteil Patagoniens mit dem Boot abzufahren.
  • Mit dem eigenen Mietauto*: gib deinen Weg einfach bei Google Maps ein ;). Aber mein Roadtrip-Tipp für Patagonien: Zuerst die Carretera Austral in Chile nach Süden fahren, und dann über Chile Chico und El Calafate in Argentinien bis nach Puerto Natales (und später weiter nach Punta Arenas).

zum Wanderstart im Torres del Paine Nationalpark

Egal ob du mit Auto oder Bus anreist, vergesse nicht dein Ticket für den Nationalpark im Voraus zu kaufen und auf dein Smartphone zu laden! Im Park gibt es keinen Internetempfang. Ticket kaufen: die offizielle Website von pasesparques, für mehr als drei Tage (MÁS DE 3 DÍAS / ADULTO ENTRE 18 Y 59 AÑOS).

Der Bus in den Torres del Paine Nationalpark fährt am Terminal Puerto Natales ab. Hier fahren übrigens auch alle anderen Busse ab, z. B. nach El Calafate, Ushuaia oder Punta Arenas.

Startpunkt Camp Central / Welcome Center: für den O-Trek & den W-Trek in Ost–West Richtung

Mit dem Auto: ca. 2h Fahrt, Parkplatz am Welcome Center, mit Campground-Reservation kostenlos (Haupt-Parkplatz für mehrtägige Wanderungen und die Base Torres Tageswanderung)

Mit dem Bus: Die Firmen Bus Sur, Buses Gomez, Base Torres und Australbus fahren zum Eingang Laguna Amarga, am besten buchst du über Busbud* oder Recorrido. Der früheste Bus startet um 6:30 Uhr (Ankunft 8:30), der letzte um 18 Uhr (Ankunft 21:00 Uhr). Vor allem morgens gibt es mehrere Busse zur gleichen Zeit, um den Bedarf zu decken. Reservier dir trotzdem frühzeitig dein Busticket, da die frühen Busse gerne mal ausgebucht sind.

Vom Eingang Laguna Amarga (der erste Bus Stop im Park) geht es weiter mit dem Shuttle Bus bis zum Welcome Center, von wo aus du die Wanderung startest. Das Shuttle richtet sich nach den Ankunfts- und Abfahrzeiten der Busse aus Puerto Natales und kann in Bar bezahlt werden. Die Fahrt dauert ca. 15 min.

Für den Start am Camp Central (O-Trek und W-Trek in Ost–West Richtung) fährst du zuerst mit dem Bus zum Eingang Laguna Amarga. Dann steigst du um in das Shuttle (die Shuttles richten sich nach der Ankunft der Busse) und fährst zum Welcome Center/Camp Central, wo deine Tour startet.
Startpunkt Paine Grande / Pudeto: W-Trek West–Ost Richtung

In dieser Richtung musst du zuerst nach Pudeto per Auto oder Bus und dann mit dem Katamaran weiter nach Paine Grande fahren, von wo du los läufst. Hier die Anleitung:

Mit dem Auto: ca. 2,25h Fahrt, Parkplatz bei Pudeto neben dem Katamaran-Dock und der Cafeteria, kostenlos.

Mit dem Bus: Bus Sur ist die einzige Busgesellschaft, die bis nach Pudeto fährt (such auf der Startseite nach „Torres del Paine“ als Ziel. Bei „Arrival“ siehst du dann, bis wo der Bus fährt). Wenn du den Katamaran um 10 Uhr erwischen willst, musst du den Bus um 6:45 Uhr aus Puerto Natales nehmen. Die Fahrt dauert 3 h und alle müssen immer erst mal am Eingang aussteigen, das Parkticket zeigen und in einen anderen Bus umsteigen.

Bei der Bussuche nach Torres del Paine kann man bei Arrival sehen, bis wohin der Bus fährt.

Die Busse fahren übrigens weiter zum Campground Pehoé, von dem aus man die schönsten Blicke auf die berühmten Granitberge des Parks hat, und zum Hotel Grey, bei dem das Boot zum Grey Gletscher ablegt. Auch Gletschertouren kann man hier buchen.

Der Katamaran fährt ca. 5x am Tag, aber die richtige Verbindung mit dem Bus ist um 10:30. Er wird von Catamaran Lago Pehoe betrieben, aber das Ticket könnt ihr bei wetravel kaufen, dort stehen auch die Abfahrtszeiten.

Für den Start in Paine Grande fährst du mit dem Bus Sur bis zur Haltestelle Pudeto (Umstieg am Eingang Laguna Amarga). Von dort läufst du zur Bootshaltestelle des Katamaran und fährst damit nach Paine Grande. Nicht vergessen: Frühzeitig Busticket, Parkticket und Katamaran-Ticket kaufen und auf dem Handy speichern!

Kosten

Der W-Trek und damit auch der O-Trek sind sehr teuer. Ich habe noch nie eine so teure Trekkingtour gemacht. Die Preise entstehen hauptsächlich durch die enorm teuren Las Torres Campingplätze, auf denen man oft die „günstigen“ individual Camps nicht buchen kann. Aber selbst diese kosten für eine Person je nach Saison 80–100 $ und für zwei Personen 45–55 $.

Nachfolgend Preistabellen, die dir als ungefährer Richtwert dienen soll. Natürlich ändert sich der Preis, z. B. wenn du eine Nacht in einem der Las Torres Campgrounds weg lässt oder allein und nicht zu zweit unterwegs bist. 2024 war es nicht möglich, die individuellen Camps von Las Torres zu buchen. Der Preis erhöht sich dann von 47 € auf 102 bzw 144 €, und wenn du alleine ohne Partner bist, zahlst du gleich mal 187 bzw. 254 €.

Für eine Nacht. In einem Zelt. Lass das mal sacken.

W-Trek Kosten (mindestens)

WasKosten
Eintritt Nationalparkca. 48 €
2 x Bus Eingang Laguna Amargaca. 26 €
Shuttlebus Welcome Centerca. 5 €
Katamaran Paine Grandeca. 26,50 €
Camp Grey (pro Person/Nacht)ca. 10 €
Camp Paine Grande (pro Person/Nacht)ca. 12 €
Camp Francés (pro Person/Nacht)ab 47 € (2 Personen) bzw.
ab 85 € (Einzelperson)
Camp Chileno (pro Person/Nacht)ab 47 € (2 Personen) bzw.
ab 85 € (Einzelperson)
Camp Central (pro Person/Nacht)ab 47 € (2 Personen) bzw.
ab 85 € (Einzelperson)
Gesamt W-Trekmind. 268,50 € / 382,50 € (für Einzelperson)

O-Trek Kosten

WasKosten
W-Trek Basiskosten268,50 € / 382,50 € (für Einzelperson)
Camp Serón (pro Person/Nacht)ab 47 € (2 Personen) bzw.
ab 85 € (Einzelperson)
Camp Dickson (pro Person/Nacht)10,50 €
Camp Los Perros (pro Person/Nacht)10,50 €
Gesamt O-Trekmind. 336,50 € (488,50 €)

Hinzu kommen noch die Kosten für die Trekkingnahrung und für alles, was ihr im Park konsumiert. Die Preise im Park sind locker das doppelte bis dreifache was man außerhalb zahlt, hier können die Ausgaben also exponential in die Höhe schnellen.

Meine Ausgaben waren folgende:
  • Camping: 324 €
  • Transport: 63,50 €
  • Eintritt: 65 €
  • Schließfach für mein restliches Gepäck: 3,40 €
  • Essen inkl. Gas plus 2 Kaffees im Park: ca. 80 €
  • Gesamt: 566,50 €

Ich habe übrigens 324 € für vier Campingplätze ausgegeben (Grey & Paine Grande 22 €, Los Cuernos & Central 302 €), da die einzige verfügbare Version von Las Torres das Fully Equipped Tent für 150€ war. Am Ende stand ich mit meiner Campingausrüstung im Camp Central auf einer riesigen leeren Campingfläche.

Ausblick auf den Lago Grey auf dem Weg vom Grey Camp zum Paine Grande Camp

Ausrüstung

Je weniger du mitnimmst, desto weniger musst du tragen, und desto mehr Spaß hast du vermutlich am laufen.

Die vollständige Packliste speziell für den W-Trek mit konkreten Produktempfehlungen und Gewichtstabellen findest du hier: W-Trek Packliste für Torres del Paine.

Besonders wichtig sind Regenjacke und Regenhose, eine warme Jacke (z. B. Primaloft oder Daune) und Wechselkleidung für Abends. Es kann gut sein, dass es tagsüber regnet, und in Kombination mit dem Wind dringt die Nässe meistens durch den Regenschutz, selbst wenn dieser normalerweise sehr gut ist. Der Wind drückt das Wasser regelrecht durch die regendichte Membran. Deswegen ist es besonders wichtig, dass ihr eine warme Garnitur Kleidung für den Abend habt, um nicht auszukühlen.

Zelt, Schlafsack und Isomatte benötigt ihr nur, wenn ihr diese nicht vor Ort am Campingplatz mietet (siehe Punkt „Equipment mieten„).

Campingkocher, Topf, Gas und Feuerzeug benötigt ihr, wenn ihr keine Vollpension auf den Campingplätzen gebucht habt.

Ansonsten braucht ihr entweder eine Papierkarte & Kompass, oder eine offline heruntergeladene Karte auf eurem Smartphone oder GPS Gerät. Apps die ich nutze und empfehlen kann sind: Komoot (Abo), CalTopo (Abo), MapOut (Einmalzahlung) und Maps.me (kostenlos).

Wenn ihr Angst davor habt, das Wasser direkt aus den Bächen zu trinken, könnt ihr euch einen Wasserfilter mitnehmen.

Vergesst nicht, Bargeld, eure Dokumente (Reisepass + Einreiseticket!) und eine digitale Kopie eurer Campground Reservierungen sowie Bustickets, Katamarantickets und das Eintrittsticket für den Nationalpark abzuspeichern.

O-Trek spezifische Ausrüstung

Der O-Trek ist deutlich wilder und schwieriger als der W-Trek. Ich empfehle deswegen diese besondere Ausrüstung:

  • eine zweite Karte (Redundanz), z. B. ein GPS Gerät oder eine Papierkarte zusätzlich zur Smartphonekarte, ein zweites Smartphone mit Offline Karte, etc.
  • ein GPS-Notfallgerät wie das Ocean Signal PBL 1* oder das Garmin inReach*
  • Wanderstöcke – sind besonders hilfreich bei schwerem Rucksackgewicht
  • gute Wanderstiefel

Trekkingnahrung

Wenn ihr euer gefriergetrocknetes Essen nicht schon von zu Hause mitgenommen habt, könnt ihr es problemlos in Puerto Natales kaufen. Ich habe klassisches Trekkingfoo bei Rental Natales gekauft, die eine kleine aber gute Auswahl an verschiedenen Gerichten hatten. Den Rest habe ich bei Unimarc gekauft.

Tipp für alle anderen laktoseintorleranten Menschen: In Patagonien und generell in Südamerika gibt es überall laktosefreies Milchpulver. In jedem noch so kleinen Laden an der Ecke kann man das kaufen. Ein Paradies für Trekker mit Laktoseproblemen.

Meine Standart-Trekkingnahrung besteht aus Müsli und (laktosefreiem) Milchpulver am Morgen, Knäckebrot/Tortillas und Salami/Käse mittags, ein Müsliriegel oder Snickers für den Nachmittag, gefriergetrocknete Trekkingnahrung oder Instant-Ramen für Abends, Schokolade oder Gummibärchen und ein paar Nüssen.

Am Francés Aussichtspunkt war es fast zu windig, um aufrecht zu stehen. Sieht man dem Foto aber nicht an 😉

Equipment mieten

Ich empfehle zum Mieten von Equipment in Puerto Natales entweder Rental Natales oder Volkanica Outdoors. Ich möchte dabei darauf hinweisen, dass ich bei keinem dieser Läden etwas gemietet habe! Man kann dort aber auch Trekkingnahrung kaufen und generell schienen beide Läden von guter Qualität.

Alternativ könnt ihr die Campingsachen auch direkt an den Campground mieten und euch ein Fully Equipped Zelt mieten. Das ist dann insgesamt teuerer, dafür müsst ihr die Sachen aber auch nicht tragen.

ACHTUNG! Ich habe Wanderer getroffen, die in ihrem gemieteten Schlafsäcken Bettwanzen hatten. Anscheinend sind Bettwanzen auf dem O-Trek nicht so selten. Die zwei hatten die Schlafsäcke entweder bei einer Agentur oder direkt bei einer der Hütten gemietet, ihr solltet also unbedingt gründlich die Rezensionen lesen, bevor ich eure Schlafsäcke mietet.


Gepäckaufbewahrung

Du wirst vermutlich nicht nur mit deinem Trekkinggepäck unterwegs sein – und niemand möchte sein normales Gepäck mit auf eine Trekkingtour nehmen. Also wohin damit?

Ich persönlich mache es immer so, dass ich vor und nach der Tour eine Nacht in der selben Unterkunft buche. Dort frage ich immer freundlich an, ob ich mein restliches Gepäck für meine Trekkingtour lagern darf. Bisher hat es immer geklappt und vor allem in Puerto Natales sind die Leute auf die vielen Wanderer eingestellt. Ich habe auf dem Zeltplatz Campingüino übernachtet, und dort konnte man verschließbare Locker für eine kleine Gebühr mieten.


Meine Route & Etappen

Ich bin den W-Trek in 4 Tagen von West nach Ost gelaufen. Anschließend war ich noch ein paar Tage auf dem südlichen Campingplatz Lago Pehoé, zu dem man mit dem Bus Sur fahren kann. Da man im Park generell nicht wirklich erschwinglich Essen kaufen kann, hatte ich für die kompletten 7 Tage mein Essen dabei, wodurch mein Rucksack dann für den W-Trek unverhältnismäßig schwer war.

Tag 1 (Anfahrt – Paine Grande – Camp Grey)

11,05 km, +496 m, -465 m

Fahrt in den Nationalpark, Umstieg in den Bus nach Pudeto, Katamaran-Fahrt, Wanderung von Paine Grande nach Camp Grey. Das Wetter war mies und es hat stark geregnet, war eiskalt und hatte sehr starken Wind.

Tag 2 (Camp Grey – Paine Grande)

17,25 km, +728 m, -764 m

Wanderung bis zur ersten Hängebrücke, über die ich mich nicht rüber getraut habe: Nur ein besserer Fotospot war nicht Anreiz genug, um meine Höhenangst zu überwinden. Anschließend bin ich zurück zum Camp Grey, hab mein Zelt abgebaut und mein Zeug zusammengepackt und bin bei deutlich besserem Wetter zurück zum Camp Paine Grande. Ich war ganz froh, dass ich diesmal ein bisschen was von der Umgebung sehen konnte.

Tag 3 (Paine Grande – Camp Los Cuernos)

23,85 km, +1.277 m, -1.108 m

Wanderung bis zum Francés Tal, dort hab ich im alten Camp Italiano meinen Rucksack zurückgelassen, es gibt dort überdachte Flächen für die Backpacks. Anschließend ging es durch Wald hinauf zum Francés Aussichtspunkt an dem ich dem Gletscher beim abbrechen und hinabfallen zuschauen konnte. Weiterer Aufstieg bis zum Británico Ausblick, der recht schön von hohen Gebirgswänden eingeschlossen ist. Danach alles wieder nach unten, Rucksack abholen und weiter bis zum Camp Los Cuernos.

Tag 4 (Los Cuernos – Camp Central)

27,2 km, +1.549 m, -1.521 m

Aufstieg bis zum Camp Chileno, hier konnte ich meinen Rucksack im Restaurant zurücklassen und mit meinem Jutebeutel am Rücken bis zum überlaufenen Base Torres Aussichtspunkt laufen. Dort natürlich für das Foto anstehen und im Gänsemarsch wieder zurück zum Rucksack. Dann im Pulk nach unten ins Tal und zum großen Camp Central.

Tag 5–7 (Camp Pehoé)

Kaffee im Welcome Center, Shuttle zum Eingang, Bus Sur bis zum Camping Lago Pehoé. Dort bleibe ich 2 Tage, weil man mit die beste Sicht auf die Cuernos del Paine hat, außerdem ist es der perfekter Startpunkt für den kleinen Hike auf den Mirador Cóndor. An Tag 7 fahre ich per Anhalter zum Eingang Laguna Amargas zurück, was ein perfekter Glückstreffer ist: Die Frau des deutschen Ehepaars ist Hobbyfotografin und wir halten immer wieder an, um Guanakos und Kondore zu fotografieren. Danach Rückfahrt mit dem Bus nach Puerto Natales.


weitere Infos zum Torres del Paine Nationalpark

Rumkommen im Park: Busse, Mietwagen, Hitchhiken

Ich denke am besten kann man den Park mit einem Mietwagen erkunden. Es gibt einfach viele tolle Orte die ansonsten nur schwer zu erreichen sind, und so kann man jederzeit anhalten wenn man ein Guanaco oder einen Puma sieht.

Aber auch mit den Bussen kommt man auch ganz gut im Park herum. Vor allem wenn man nur zur Haltestelle Pudeto will, hat man einige Optionen am Tag. Will man weiter in den Park hinein (oder von dort wieder hinaus), gibt es leider dann nur noch 2 Busse am Tag.

Busse vom Eingang Laguna Amarga in den Park:
8:45, 8:50, 9:05 14:00 und 16:30 Uhr (Achtung: nicht alle fahren bis Hotel Grey!)
Busse vom Hotel Grey zum Eingang Laguna Amarga aus dem Park raus:
13:30 und 17:50 Uhr (von Pudeto und Camping Pehoé gibt es mehr Busse)

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man ganz gut per Anhalter fahren kann. Generell mache ich das alleine nicht so gerne, aber in Nationalparks fühle ich mich recht sicher. Vor allem im Torres del Paine sind zu 90 % andere Touristen unterwegs, schließlich ist die ganze Gegend eine einzige riesige Sackgasse.


Tageswanderungen

Ich würde euch empfehlen, noch ein paar Tage im Torres del Paine Nationalpark zu bleiben – am besten vor eurer Tour, damit ihr das Essen nicht (wie ich) zusätzlich auf der Trekkingtour mitschleppen müsst. Im Park gibt es keine Supermärkte und Essen ist sehr teuer.

Ihr könnt auch noch einmal separat in den Park fahren, wenn ihr euch nach der Tour erst mal in Puerto Natales ausruhen wollt.

Mein Tipp: Camping Pehoé

Dieser Campingplatz liegt südlich am Lago Pehoé (Bushaltestelle nach Pudeto) und bietet fantastische Ausblicke auf das berühmte Granitmassiv der Cuernos (Hörner) del Paine. Ich habe hier zwei Nächte verbracht und saß die meiste Zeit im Restaurant an der Fensterfront und habe den Wolken beim Spiel mit den Gipfeln zugeschaut. Bestes Kino ever!

Der Campingplatz ist sehr günstig und bietet auch von den Zeltplätzen teilweise eine Sicht auf die Berge, dazu einen kleinen geschützten Unterstand mit Picknickisch und -bänken. Im Restaurant kann man essen gehen, es gibt auch einen kleinen Mini-Shopt mit Snacks und Tütensuppen (alles sehr teuer).

Direkt hinter den Zeltplätzen beginnt die Wanderung zum Mirador Condór (2,5 km, 190 hm, ca. 1h insgesamt, GPS Download), von dem aus man eine phenomenale Sicht auf den Lago Pehoé hat. Absolut empfehlenswert!

Fahrzeiten Haltestelle Camping Pehoé
Abfahrt Richtung Hotel Lago Grey: 10:00, 10:05, 10:15, 15:30 & 17:30 Uhr
Abfahrt Richtung Laguna Amarga: 14:15, 17:45, 18:00 Uhr

Die Cuernes del Paine bei Abendlicht, vom Camping Pehoé aus gesehen

Wanderung Tipp 1: Tagestour am Lago Pehoé entlang

Tourdaten: 17,8 km, +120 m, 140m | GPS Download

Diese Tagestour führt euch vom Campingplatz Paine Grande zur Bushaltestelle „Administración (CONAF – Villa Monzino)“ – oder andersrum. Wenn ihr Lust habt, könntet ihr auch eure W-Trek-Tour damit um einen Tag erweitern. Sie bietet tolle Blicke auf den Lago Pehoé und führt anschließend durch das ruhigere Hinterland des Parks.

Gahrzeiten Halltestelle Administración (CONAF – Villa Monzino)
Abfahrt Richtung Hotel Lago Grey: 10:45, 11:00 & 16:00 Uhr
Abfahrt Richtung Laguna Amarga: 14:00 & 17:30 Uhr

Wanderung Tipp 2: Mirador Cuernos

Tourdaten: 7,72 km, 110 hm, Rundtour | Link zur Tour auf Komoot

Diese kleine Tour startet am Katamaran-Bootsanleger bei der Bushaltestelle Pudeto und führt euch nach Norden zu einem tollen Aussichtspunkt auf die Cuernos del Paine. Zurück gehts auf dem gleichen Weg.

Fahrzeiten Haltestelle Pudeto:
Abfahrt Richtung Hotel Lago Grey: 9:45, 9:50, 10:00, 15:00, 17:15 Uhr
Abfahrt Richtung Laguna Amarga: 10:30, 14:30, 14:35, 14:40, 19:15, 19:30, 19:35 & 19:40 Uhr


Gletschertouren, Kayaktouren, Bootsfahrten zum Gletscher

Im Park kann man noch mehr machen als nur Wandern. Vor allem das Hotel Grey am Ende der Busroute ist bekannt für spannende touren wie z. B. der Bootstour zum Gletscher Grey, geführter Wanderungen auf dem Gletscher sowie Kayak-Paddeltouren im Lago Grey.

Busfahrzeiten Hotel Grey:
Ankunft der Busse am Hotel Grey (rein in den Park): 11:30 & 16:30 Uhr (Die Abfahrtszeit der Busse ist davon abhängig, von wo ihr startet)
Abfahrt der Busse Richtung Laguna Amarga (raus aus dem Park): 13:30 & 17:15 Uhr

Das Boot der Gletschertouren, Start beim Hotel Grey. Das Wasser des Lago Grey ist, wie der Name sagt, Grau 🙂

Tipp: geführte Kajaktour

Ein Freund hat eine viertägige Kajaktour durch den Torres del Paine gemacht und war absolut begeistert: 4 Tage durch abgelegene Gebiete, sie haben unterwegs niemanden getroffen und die Tour am dritten Tag wird anscheinend nur von diesem Anbieter befahren. Die Betreuung durch das Team ist anscheinend auch sehr gut.

Kajak Expedition von Tyndall – 4 Tage Abenteuer


FAQ – Häufige Fragen zum W-Trek & O-Trek im Torres del Paine


Nützliche Links im Überblick


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Weitere Artikel zum W-Trek und Torres del Paine Nationalpark:

-> W-Trek Tourbericht: Trekking im Torres del Paine Nationalpark in Patagonien
-> W-Trek Packliste: meine Ausrüstung für Torres del Paine & Patagonien
-> Torres del Paine auf eigene Faust: So planst du deinen Besuch im Herzen Patagoniens

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2 Kommentare zu „W-Trek & O-Trek Patagonien: der ultimative Planungs-Guide 2026“
  1. Laura

    Super spannend und hilfreich für meine Planung! Danke!

    1. Vielen lieben Dank für deinen Kommentar, es freut mich sehr, dass dir der Beitrag bei deiner Planung hilft <3

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